Karabulut träumt von einem Tor gegen Deutschland

Erstellt: 16. September 2012
Dzsenifer Marozsán und Arzu Karabulut (r.) beim Hinspiel in der Türkei (Foto: Privat)Dzsenifer Marozsán und Arzu Karabulut (r.) beim Hinspiel in der Türkei (Foto: Privat)Heidelberg. Wenn sich am Mittwochabend in Duisburg die Frauen-Nationalmannschaften aus Deutschland und der Türkei gegenüberstehen, ist Arzu Karabulut mit dabei. Im Aufgebot der Türkei. Für die 21-jährige Angreiferin ist das EM-Qualifikationsspiel eine ganz besondere Begegnung. Geboren wurde Karabulut am 30. Januar 1991 mit doppelter Staatsbürgerschaft in Köln. Mit vier Jahren spielte sie gemeinsam mit ihren drei älteren Brüdern zum ersten Mal Fußball. Im Alter von zehn Jahren folgte der Eintritt in ihren ersten Verein, Fortuna Köln. Und ihr Talent war schon damals unübersehbar. Bettina Wiegmann lud sie recht bald zur Mittelrheinauswahl ein. Mit 14 wurde schließlich der türkische Fußballverband auf sie aufmerksam. „Damals gab es in der Türkei nur eine U19 und ich war dafür eigentlich noch viel zu jung. Doch es wurden beide Augen zugedrückt“, lacht Karabulut. Unter 300 Mädchen setzte sie sich in einer Art Fußball-Casting durch, spielte zunächst für die türkische U19 und später für die neugegründete U17. Und sie entschloss sich, fortan nur noch für das Land ihrer Eltern aufzulaufen. Dafür legte sie die deutsche Staatsbürgerschaft ab. „Das war eine Vorgabe des türkischen Verbandes“, erklärt Karabulut.

Eine Chance in der Frauen-Bundesliga

Auf Vereinsebene blieb sie hingegen dem Rheinland treu. Zunächst bei Fortuna Köln. Vor zwei Jahren folgte dann der Wechsel zur Regionalligamannschaft von Bayer 04 Leverkusen. Inzwischen trainiert sie sogar mit dem Bundesligateam von Thomas Obliers. Das klingt nach einer gradlinigen Sportkarriere. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn neben dem Fußball absolviert Karabulut derzeit eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten. Das bedeutet, dass sie täglich bis 17.00 Uhr im Kölner Büro ihres Bruders arbeitet. Von dort geht es fünfmal pro Woche durch den dichten Berufsverkehr zum Training nach Leverkusen, das um 18.30 Uhr beginnt. Ein straffes Programm. „Es ist nicht einfach. Aber bis jetzt klappt es ganz gut. Ich fühle mich in der Mannschaft wohl und ich möchte unbedingt die sportliche Chance ergreifen, die mir Thomas Obliers ermöglicht hat“, sagt Karabulut.

Wenig Freizeit zwischen Ausbildung und Fußballplatz

Dass ihr Bruder während der Berufsausbildung ihr Chef ist, erweist sich dabei keineswegs als Vorteil. Er unterstützt zwar Karabuluts sportliche Karriere, achtet aber auch darauf, dass sie den Job nicht vernachlässigt. „Fehlzeiten kann ich mir deshalb nicht erlauben. Wenn ich auf Lehrgängen mit der Nationalmannschaft bin, muss ich mir dafür Urlaub nehmen. Und wenn ich wegen des Fußballs mal etwas früher gehe, muss ich die Stunden eben an einem anderen Tag nachholen.“

Viel Freizeit bleibt dem sympathischen Twen daher nicht. Doch wenn Karabulut über ihren vollgepackten Alltag spricht, klingt sie fröhlich und entschlossen. Sie möchte Erfolg im Beruf und auf dem Fußballplatz. Viermal lief sie inzwischen im Dress der türkischen A-Nationalmannschaft auf. Und es heißt, dass das Offensivspiel dadurch kreative Impulse erhalten habe. >>>>>
Dzsenifer Marozsán und Arzu Karabulut (r.) beim Hinspiel in der Türkei (Foto: Privat)Dzsenifer Marozsán und Arzu Karabulut (r.) beim Hinspiel in der Türkei (Foto: Privat)Heidelberg. Wenn sich am Mittwochabend in Duisburg die Frauen-Nationalmannschaften aus Deutschland und der Türkei gegenüberstehen, ist Arzu Karabulut mit dabei. Im Aufgebot der Türkei. Für die 21-jährige Angreiferin ist das EM-Qualifikationsspiel eine ganz besondere Begegnung. Geboren wurde Karabulut am 30. Januar 1991 mit doppelter Staatsbürgerschaft in Köln. Mit vier Jahren spielte sie gemeinsam mit ihren drei älteren Brüdern zum ersten Mal Fußball. Im Alter von zehn Jahren folgte der Eintritt in ihren ersten Verein, Fortuna Köln. Und ihr Talent war schon damals unübersehbar. Bettina Wiegmann lud sie recht bald zur Mittelrheinauswahl ein. Mit 14 wurde schließlich der türkische Fußballverband auf sie aufmerksam. „Damals gab es in der Türkei nur eine U19 und ich war dafür eigentlich noch viel zu jung. Doch es wurden beide Augen zugedrückt“, lacht Karabulut. Unter 300 Mädchen setzte sie sich in einer Art Fußball-Casting durch, spielte zunächst für die türkische U19 und später für die neugegründete U17. Und sie entschloss sich, fortan nur noch für das Land ihrer Eltern aufzulaufen. Dafür legte sie die deutsche Staatsbürgerschaft ab. „Das war eine Vorgabe des türkischen Verbandes“, erklärt Karabulut.

Eine Chance in der Frauen-Bundesliga

Auf Vereinsebene blieb sie hingegen dem Rheinland treu. Zunächst bei Fortuna Köln. Vor zwei Jahren folgte dann der Wechsel zur Regionalligamannschaft von Bayer 04 Leverkusen. Inzwischen trainiert sie sogar mit dem Bundesligateam von Thomas Obliers. Das klingt nach einer gradlinigen Sportkarriere. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn neben dem Fußball absolviert Karabulut derzeit eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten. Das bedeutet, dass sie täglich bis 17.00 Uhr im Kölner Büro ihres Bruders arbeitet. Von dort geht es fünfmal pro Woche durch den dichten Berufsverkehr zum Training nach Leverkusen, das um 18.30 Uhr beginnt. Ein straffes Programm. „Es ist nicht einfach. Aber bis jetzt klappt es ganz gut. Ich fühle mich in der Mannschaft wohl und ich möchte unbedingt die sportliche Chance ergreifen, die mir Thomas Obliers ermöglicht hat“, sagt Karabulut.

Wenig Freizeit zwischen Ausbildung und Fußballplatz

Dass ihr Bruder während der Berufsausbildung ihr Chef ist, erweist sich dabei keineswegs als Vorteil. Er unterstützt zwar Karabuluts sportliche Karriere, achtet aber auch darauf, dass sie den Job nicht vernachlässigt. „Fehlzeiten kann ich mir deshalb nicht erlauben. Wenn ich auf Lehrgängen mit der Nationalmannschaft bin, muss ich mir dafür Urlaub nehmen. Und wenn ich wegen des Fußballs mal etwas früher gehe, muss ich die Stunden eben an einem anderen Tag nachholen.“

Viel Freizeit bleibt dem sympathischen Twen daher nicht. Doch wenn Karabulut über ihren vollgepackten Alltag spricht, klingt sie fröhlich und entschlossen. Sie möchte Erfolg im Beruf und auf dem Fußballplatz. Viermal lief sie inzwischen im Dress der türkischen A-Nationalmannschaft auf. Und es heißt, dass das Offensivspiel dadurch kreative Impulse erhalten habe. >>>>>

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Kerschowski als Wunschgegenspielerin

Chance vertan: Arzu Karabulut im Februar 2012 beim Spiel gegen DeutschlandChance vertan: Arzu Karabulut im Februar 2012 beim Spiel gegen DeutschlandAuch beim 0:5 im Hinspiel gegen Deutschland stand Karabulut auf dem Feld und zeigte eine ansprechende Leistung. Anfang der zweiten Halbzeit hätte sie beinahe ihr erstes Länderspieltor erzielt. Vollkommen frei tauchte sie vor der deutschen Torfrau Almuth Schult auf. Doch dann versagten ihr ein wenig die Nerven. „Wir hatten bis dahin ein sehr gutes Spiel gemacht. Es wäre das Tor zum 1:2 gewesen. Vielleicht hätte die Partie im Anschluss einen ganz anderen Verlauf genommen“, ärgert sich Karabulut noch heute.

Kein Wunder, dass sie für das Rückspiel am Mittwoch einen ganz persönlichen Traum hat: „Ich möchte gern das Tor erzielen, das mir im Februar nicht gelungen ist.“ Darüber hinaus würde sie sich freuen, auf dem Platz ihrer Vereinskollegin Isabel Kerschowski gegenüberzustehen. „Ihre Berufung hat sie sich absolut verdient. Isabel ist eine Persönlichkeit. Hoffentlich erhält sie eine Chance.“
Ein wenig bedauert Karabulut dafür, dass Dzsenifer Marozsán aufgrund ihrer Teilnahme an der U20-Frauen-WM diesmal nicht im deutschen Kader steht. Die beiden Spielerinnen kennen sich seit rund zehn Jahren.

Die Türkei ist auf einem guten Weg

Der Türkei, die in der EM-Qualifikationsgruppe 2 noch hinter Kasachstan den letzten Platz behalten wird, prophezeit Karabulut im Frauenfußball unterdessen eine positive Entwicklung. Vor allem die Juniorinnenteams seien derzeit auf einem sehr guten Weg: „In der U17 und U19 haben wir einige Talente.“ Bis sich die A-Nationalmannschaft für ein großes Turnier qualifiziert, dürften hingegen noch ein paar Jahre ins Land ziehen. Doch, wer weiß, „vielleicht dürfen wir ja demnächst mal eine Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft ausrichten.“

Das wäre noch so ein Traum für die zielstrebige Karabulut, die ihre Zukunft bereits fest vor Augen hat: „Ich möchte in zwei Jahren meine Ausbildung erfolgreich abschließen, danach vielleicht im Ausland spielen und irgendwann eine Familie gründen. Zunächst einmal möchte ich aber noch viele Jahre für die türkische Nationalmannschaft spielen.“

Das EM-Qualifikationsspiel zwischen Deutschland und der Türkei wird am Mittwoch, 19. September 2012, um 17.00 Uhr in Duisburg angepfiffen und vom ZDF live übertragen.

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